Kaum etwas ist für Autor:innen so wichtig wie eine zündende Idee. Manchmal sitzt man jedoch vor einem leeren Blatt und wartet vergeblich auf den berühmten Geistesblitz. Ein einfacher, aber äußerst wirkungsvoller Weg, um neue Storyideen zu entwickeln, ist das „Was wäre wenn?“-Prinzip. Diese kleine Frage kann Welten eröffnen und Figuren auf Reisen schicken, die du dir vorher kaum vorstellen konntest.

Wie funktioniert das Prinzip?
Stelle dir eine scheinbar banale Frage, die mit „Was wäre wenn …?“ beginnt. Zum Beispiel:
- „Was wäre, wenn ein Kind eines Morgens in einer Welt aufwacht, in der niemand mehr spricht?“
- „Was wäre, wenn Menschen plötzlich die Gedanken anderer hören könnten?“
- „Was wäre, wenn ein unscheinbarer Nachbar ein gefährliches Geheimnis verbirgt?“
Diese Fragen müssen nicht kompliziert sein. Sie sollen einen Funken entzünden, der deine Fantasie anregt. Aus einer kleinen Idee kann sich eine Kurzgeschichte, ein Roman oder sogar eine ganze Reihe entwickeln.
Warum ist diese Methode so effektiv?
Weil sie zum Spielen einlädt. Das „Was wäre wenn?“ löst dich von der Realität und öffnet Türen zu Möglichkeiten, die sonst verborgen bleiben. Es zwingt dich nicht, gleich eine fertige Handlung zu entwerfen, sondern bietet einen Ausgangspunkt, von dem aus du weiterdenken kannst.
Praxisbeispiel
Angenommen, du willst einen Krimi schreiben, aber dir fehlt noch der besondere Twist. Statt dich festzubeißen, stell dir die Frage: „Was wäre, wenn der Mörder selbst keine Erinnerung an die Tat hat?“ Sofort ergibt sich ein Spannungsfeld, das deine Figuren, ihre Beziehungen und die Handlung prägt.
Oder im Bereich Fantasy: „Was wäre, wenn Drachen nicht gefürchtet, sondern als Haustiere gehalten würden?“ Aus dieser einfachen Frage entsteht eine völlig neue Welt, voller Konflikte, Abenteuer und Emotionen.
Das Prinzip bewusst erweitern
Besonders spannend wird es, wenn du das „Was wäre wenn?“ mit anderen Fragen kombinierst:
- „Was wäre, wenn … und gleichzeitig …?“
- „Was wäre, wenn …, aber niemand glaubt der Hauptfigur?“
- „Was wäre, wenn …, und dadurch gerät alles aus dem Gleichgewicht?“
So entstehen komplexere Ausgangssituationen, die dich direkt mitten in die Konflikte deiner Geschichte führen.
Fazit:
Das „Was wäre wenn?“-Prinzip ist ein einfaches, aber kraftvolles Werkzeug, um Schreibblockaden zu überwinden und neue Ideen zu entwickeln. Es braucht nur einen einzigen Satz, um deiner Fantasie Flügel zu verleihen. Die eigentliche Kunst liegt darin, mutig genug zu sein, den Faden weiterzuspinnen und zu schauen, wohin er dich trägt. Denn oft beginnen die besten Geschichten mit genau dieser kleinen Frage: „Was wäre wenn…?“
